Julietta

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Julietta, die Nachbarin unseres Mitarbeiters Arlindo ist seit einem Jahr regelmäßig bei seiner kleinen Hausgemeinde dabei. Bei unserem letzten Seminar kam sie an einem Vormittag mit ihrem kleinen Baby. Doch dann musste sie zeitiger nach Hause gehen, da ihr Baby viel schrie wegen einem großen Abszess am Bein. Bevor sie ging beteten Arlindo und Inacio für das Baby. Als Julietta zu Hause ankam, öffnete sich der Abszeß und viel Eiter kam herausgelaufen. Diese Gebetserhörung erfreute Julietta so sehr, dass sie am letzten Tag des Seminars wieder kam und sich taufen ließ.
Zwei Wochen später kam sie zum Gebet, denn immer wieder träumte sie schlecht und wurde schnell jähzornig. Es stellte sich heraus, dass sie eine schlimme Kindheit hatte und in Unvergebenheit lebte. Sie vergab und wir beteten für sie. Beim nächsten Hauskreis sagte sie: “Ich fühle mich so sauber.”
Juliettas Mann bemerkte die Veränderungen bei seiner Frau und entschied sich ebenfalls, Jesus nachzufolgen. Gemeinsam mit ihrem Mann ist sie nun ein fester Bestandteil unseres Hauskreises. Julietta stellte sich als eine mutige Frau heraus, die sogar vor den Männern und den Weißen im Hauskreis ihre Meinung kund tut, sich die Bibelgeschichten gut merken kann und nacherzählt. Entschieden taufte sie im letzten Hauskreis ihre zwei Freundinnen, die auch zu Arlindos Gruppe gehören.
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Julietta, Gerorgina und Jiti (v.l.n.r.)
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Nachbarin Maria

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Ich kenne Maria seit 2010, seitdem wir hier nach Memba zogen. Damals verstarb ihr zweijähriges Baby an Malaria. Ich besuchte sie immer wieder und einige Male konnten wir ihr helfen, indem wir sie zum Krankenhaus brachten, wenn sie krank war. Eine Herzschwäche und ein Krebs im Mutterleib waren ihre Leiden. Maria spricht überwiegend Makua, doch trotzdem entwickelte sich eine Zuneigung zwischen uns. Für Gottes Wort war sie bisher nicht sehr offen. So betete ich manchmal, dass sie Jesus finden möge, bevor sie stirbt.

Am 5. April besuchte mich Maria 30 Minuten vor meiner Bibelstunde bei Lentina. Ich lud sie spontan ein mitzukommen. Da sie bereits schick angezogen zu mir kam, lehnte sie es nicht ab, mich zu begleiten. Maria saß dann gespannt auf der Strohmatte und folgte der Unterhaltung über Isa. Eine Woche später plante ich ein Frauentreff aller Gläubigen bei mir zu Hause. Ich informierte Maria darüber: “Komm vorbei und bring eine Freundin mit!”

Am 11. April hatten wir dann das Frauentreffen auf unserer Veranda. Zuvor war ich ziemlich aufgeregt. Ich wußte nicht, wie viele Frauen kommen würden. “Wieviele Frauen hättest Du gerne?” war die Frage in meinem Kopf. “Vielleicht 40!”, dachte ich. Zuerst kamen die Frauen unserer vier Bibelgruppen aus Memba, eine Frau kam aus einem Dorf hinterm Fluß. Ich war enttäuscht, denn Maria kam zuerst nicht. Obwohl sie mich morgens anrief, um zu erfahren, wann das Treffen am Nachmittag stattfinden soll! Doch dann kam sie, gefolgt von 20 Nachbarinnen und einigen Kindern. Wow, damit hatte ich nicht gerechnet…

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Wir erzählten die Geschichte von Hannas Kinderwunsch und ihrer gemeinen Rivalin Pinnina. Jeder Mensch hat Bitten an Gott. Und kinderlos zu sein in dieser afrikanischen Gesellschaft bedeutet, der Abschaum zu sein, erklärten uns die Frauen. Zuletzt erzählte ich, dass jeder eines Tages sterben wird und dann ist es nicht wichtig, ob er verheiratet war oder Kinder hatte oder reich war. Denn jeder wird vor Gott treten. Und dann zählt, dass Gott uns seine Kinder nennt. Jesus sagte mal: “Wer den Willen Gottes tut, der ist meine Mutter und meine Schwester und mein Bruder.” Ja, ich scheine alles zu haben: ich bin verheiratet, habe Kinder, ein schönes großes Haus,… doch mein Wunsch ist es, dass Gott eines Tages zu mir sagen wird: “Meine Tochter. Das hast Du gut gemacht, wie Du auf der Erde meinen Willen getan hast.”

Nachdem alle ein kleines Stück Kuchen bekommen hatten, erklärte ich, in welchen Stadtvierteln wir Bibelgruppen haben. Neue Leute sind immer willkommen. Dann meldete sich eine eifrige Frau aus Marias Stadtteil zu Wort. “Und was ist bei uns? Wir wollen auch eine Bibelgruppe haben!” Auf eine solche Einladung aus unserer Nachbarschaft haben wir immer gewartet! “Ok, wann und wo sollen wir uns treffen?”, fragte ich die Nachbarn. Alle stimmten überein, dass wir eine neue Gruppe Mittwochs bei Maria beginnen wollen.

Den darauffolgenden Mittwoch ging ich mit Salomé (unserer Praktikantin), Karoline und Arlindo, unserem Mitarbeiter, zu Maria. Aufgrund starken Regens kamen nicht so viele Leute. Wir wurden nach drinnen gebeten und für den Anfang waren wir mit elf muslimischen Naharras sehr zufrieden. Marias Mann war sehr gastfreundlich: “Ihr habt in vielen Dörfern schon solche Gruppen und kommt jetzt erst in Eure Nachbarschaft. Warum?” Er informierte uns, dass eine Gruppe in diesem Stil sehr hilfreich sei und in jedem Wohnviertel benötigt wird. Inacio kann jetzt drei Dörfer in die Hände von reifen Leitern übergeben und ist damit frei, in Zukunft in Metekereke bei Maria die neue Gruppe zu leiten.

 

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Das Netz ist nicht auffindbar

Inacios Netz hat sich nicht wieder aufgefunden. Er ist am Montag selber den ganzen Tag getaucht, bis ihn Augen und Kopf geschmerzt haben. Nachmittags kam der Kapitän mit seiner Mutter und einem Familienoberhaupt zu ihm auf den Hof. Die Mutter hatte seit drei Tagen nicht gegessen, weil sie solch eine Angst um ihren Sohn hatte: Es gab einen ähnlichen Fall 2008, bei welchem der Kapitän 12 Monate im Gefängnis sitzen musste. Inacio versicherte ihnen, dass er dem Kapitän vergeben habe und die Mutter wieder essen soll. Der Kapitän ist erschüttert. Inacio und wir beten, dass er und seine ganze Familie durch diese Krise zu Jesus finden. Letzten Samstag kam der Kapitän zum ersten Mal zu unserem Hauskreis.

Viele Freunde aus Deutschland waren berührt von dem Verlust des Netzes und haben Inacio spontan mit Geld gesegnet, so dass Martin am Montag mit Inacio ein neues Netz kaufen wird. Sein neues Netz wird besser sein, als sein altes und zudem ist er völlig schuldenfrei!

Der Gerechte muss viel leiden, aber aus alledem hilft ihm der Herr. Ps. 34, 19

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Inacios Netz im Meer verschwunden

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“Mein neues Netz ist im Meer verschwunden”… das war die Nachricht von Inacio, der am späten Vormittag anrief. Er hatte vor zwei Wochen ein neues Netz gekauft. Mit einer neuen Fischercrew war das Boot seit 4 Tagen wieder auf dem Meer zum Fischen. Inacio machte der Crew vorher klar: “Ich möchte keine Zauberei. Deshalb habe ich die alte Crew entlassen.”
Durch eine starke Strömung wurde plötzlich das Netz weggerissen und verschwand spurlos. Auch Inacios Seile und Bojen hatte er heute verloren.
Als Martin die traurige Nachricht hörte, sprang er sofort aufs Motorrad, um Inacio beizustehen. Ein Boot ruderte die beiden aufs Meer hinaus zu Inacios Boot. Mit einem Dritten tauchten sie nach dem Netz, aber das Wasser war sehr dreckig durch den vielen Regen der letzten Tage. Leider hatten sie keinen Erfolg.
Der neue Kapitän des Bootes kniete sich später am Strand auf den Boden und weinte. Viele Leute kamen zusammen gelaufen. Inacio reagierte vorbildlich. Er legte seine Hand auf den Kopf des Kapitäns und sagte ihm: “Ich vergebe Dir.” Er hätte ihn auch hinter Gitter bringen können.
Inacio gab im Radio den Verlust des Netzes bekannt und leitete in die Wege, dass morgen erneut mit einem großen Rechen der Meeresboden abgesucht wird. Er war gefaßt trotz des großen Verlustes der bei ca. 800 Euro liegt. “Ich bin froh, dass es nur das Netz ist und sonst niemand gestorben ist. Ich weiß, dass der Teufel mich entmutigen will, damit die Arbeit unter den Moslems zerstört wird. Aber Gott wird am Ende etwas Gutes daraus machen. Vielleicht werden sich Leute dadurch zu Isa bekehren.”
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Reiche Maisernte

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Martin besuchte heute einen Bekannten im Gefängnis hier in Memba. Er hatte sich vor einiger Zeit mit anderen Leuten seines Dorfes wegen einem Feld gestritten. Es gab sogar Handgreiflichkeiten. Letzte Woche wurde er zu einem Jahr und einem Monat Gefängnisaufenthalt verurteilt. Das erinnerte mich an Inacios “Geschichte mit seinem Feld”…

Vor drei Jahren kaufte Inacio ein großes Feld. Doch als er es bebauen wollte, verkündete der Onkel des ehemaligen Eigentümers: “Dieses Feld habe ich immer bebaut und ich werde es weiter bebauen.” Viele Leute gaben Inacio den Rat, zur Polizei zu gehen oder sich beim Landwirtschaftsamt zu beschweren. Doch Inacio weigerte sich und gab die ganzen Probleme in Gottes Hände. Immer wieder betete er: “Gott, streite Du für mich!”. Lange Zeit liess sich der alte Eigentümer verleugnen und ging auch nicht ans Telefon, wenn Inacio ihn anrufen wollte.

Ein Jahr verging, es wurde 2017. Eines Tages suchte der Vorbesitzer des Feldes Inacio auf dem Markt auf und sagte ihm: “Inacio, Du kannst jetzt Dein Feld beziehen. Mein Onkel hat es frei gegeben.” Inacio war erstaunt und doch nicht überrascht: “Mein Gott hat für mich gekämpft!”

Inacio bebaute dann sein Feld mit Mais. Leider blieb letztes Jahr der Regen für mehrere Wochen aus. Viele klagten: “Meine Maispflanzen vertrocknen.” Doch immer wenn Inacio und Halima auf ihr Feld kamen, stellten sie fest: “Unser Feld ist feucht. Die Nachbarfelder sind trocken.”

Als die Zeit zum Ernten gekommen war, brachten die beiden mich zu ihrem Feld um das Wunder mit eigenen Augen zu sehen. Sie hatten tatsächlich einen großen “Maiswald” mit dicken Maiskolben und die Nachbarfelder hatten nur kleine, kümmerliche Maispflanzen. Auf dem Rückweg ging Inacio vor mir auf dem schmalen Trampelpfad. Er schüttelte den Kopf vor Ehrfurcht: “Ich verlasse mich nur noch auf Jesus alleine, keine anderen Wege durch Zauberei und dergleichen. Nur Jesus alleine.”

Gestern in der Kinderstunde lehrten wir die Geschichte von David und Goliath. Goliath vertraute auf seine eigene Größe und Kraft und seine Waffen. Doch David vertraute auf Gott: “Ich komme zu Dir, Goliath im Namen des Herrn…” 1. Samuel, 45

Inacio erzählte den Kindern, wie Gott für ihn gekämpft hat, als er die Feldprobleme hatte. Und was mit dem Mann passiert war, der für sich selber gekämpft hatte und jetzt im Gefängnis sitzt.

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Elsa

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Elsa, Katharina, Agira, Maria, Anna, Aurora (v.l.n.r) während dem letzten Seminar

 

“Ich habe der Schlange den Kopf zertreten”, dieser Satz war in meinen Gedanken, als ich von einem Albtraum erwachte. Eine riesige Schlange hatte sich aufgebäumt und wollte mich verschlingen. “Heute ist der Tag meiner Befreiung”, wurde mir bewußt.

Als wir vor 10 Jahren nach Mosambik kamen, wurden wir in den ersten Monaten auf einer Sandstraße von drei Jugendlichen überfallen. Ich hatte eine Tasche umhängen, welche sie mir dann wegrissen. Martin konnte mir nicht helfen, da er Sarah auf dem Rücken trug. Wir wehrten uns, schlugen um uns. Ich schrie: “Jesus, Jesus!” Sie schlugen mich gegen meine Brust, es regnete in Strömen, kein Auto kam vorbei. Sie schliffen mich in den Schlamm und durch die Dornen. Zuletzt musste ich die Tasche loslassen und die Diebe verschwanden in die Büsche. Ich war unter Schock, stellte mich mit Kleidung unter die Dusche und schluchzte bitterlich. Abends im Bett spürte ich die Schmerzen an meiner Brust durch ihre Faustschläge. Ich musste daran denken, wieviel Schmerzen Jesus gehabt haben musste und wie viel er für uns ertragen hatte. Doch die Jugendlichen hatten nicht nur die Tasche gestohlen, sondern viel mehr mein Gefühl für Sicherheit zerstört. Seit diesem Trauma war ich voller Angst. Immer wenn ich Mosambikanern begegnete, mißtraute ich ihnen und befürchtete, sie könnten mir auch Schaden zufügen: unser Sprachlehrer, Leute auf dem Markt… Die Angst lähmte mich. Wir beteten für Heilung und Freisetzung, doch diese kam nicht so schnell.

Als wir zwei Jahre später nach Südafrika zum Nations Course (ein sechswöchiger Fortbildungskurs für Missionare von unserer Missionsgesellschaft World Outreach) fuhren, betete ich: “Jesus, Du musst mich freisetzen, sonst kann ich den Leuten in Mosambik nicht helfen. Dann müssen wir zurückkehren nach Deutschland.” Sechs Wochen des Kurses vergingen und nichts geschah. In der vorletzten Nacht träumte ich den oben erwähnten Traum. Ich wußte: “Heute ist der Tag meiner Befreiung.” Beim Abschlussabend ging ich zu Rod und Lynley, unseren Afrika-Direktoren, erzählte ihnen von dem Traum und bat sie, für mich zu beten. Sie legten mir die Hände auf und befahlen der Angst zu verschwinden. Ich ging in die Knie und weinte. Danach ermutigte mich Rod durch ein Wort Gottes: “Du weißt, was es heißt in Angst gebunden zu sein. In Mosambik sind sehr viele Frauen gebunden. Ich werde Dich gebrauchen, um Frauen in die Freiheit zu führen.”

Das ist genau unsere Osterbotschaft. Jesus kam auf diese Erde und verkündigte: Es gibt Hoffnung für die Nationen. Das Reich Gottes ist nahe gekommen. Verkündigt allen Nationen: “Kehrt um, wendet Euch Jesus zu”. Und dann heilt die Kranken, befreit die Gebunden.

Am Samstag beteten wir mit unseren mosambikanischen Brüdern für vier belastete Frauen. Eine Frau kam 15 km aus einem Dorf hergelaufen. Da es in ihrem Dorf noch keine Bibelgruppe gibt, lief sie in den letzten Wochen 5 km zum nächsten Bibeltreff, um die Wahrheit zu hören durch die sie frei wird. Die Frauen bekannten Sünden und schilderten unter Tränen ihre Gebundenheit. Jähzorn, Besessenheit, Ehebündnisschließungen mit Dämonen und Angst waren die Nöte der Frauen.  Sie suchten Hilfe bei Jesus und nicht wie in der Vergangenheit beim Zauberer. Dämonen wichen laut schreiend, Vergebung wurde ausgesprochen. Inacio strahlte vor Begeisterung: “Elsa ist meine Schwester im Herrn und ihr konnte heute geholfen werden. Die Zeit für die Naharas ist da. Das Reich Gottes ist zu uns gekommen.”

Nachmittags wurden die nächsten vier Leute während des Hauskreises getauft. Drei von ihnen leiden ebenfalls unter bösen Geistern. Am kommenden Dienstag werden wir für sie beten. Alexandre informierte uns: “Es spricht sich rum, dass Jesus freisetzt. Da werden noch viele Leute kommen, denn viele sind verzweifelt und brauchen Hilfe.” Die Dunkelheit ist groß. Doch umso heller scheint das Licht.

Wir haben die beste Botschaft. Jesus ist gekommen, gestorben und auferstanden, um uns Leben im Überfluß zu geben. Er hat der Schlange den Kopf zertreten.

 

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Mutiger Imam Shurama

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Imam Shurama aus Nabila kam mit zwei weiteren Männern und einer Frau zum Seminar gelaufen. Martin forderte ihn auf, allen Teilnehmern des Seminars zu erzählen, welchen Gegenwind er in den letzten Wochen von seinem Imam-Kollegen aus der Moschee erlebt hatte.
Shurama erzählte die ganze Story und wie er seinem Gegner erwiderte: “Satan will Euch gebrauchen, wie er den Pharao gebrauchte, um das Volk Israel zu knechten. Ich folge Isa nach und davon kann mich keiner mehr abbringen.” Martin ermutigte ihn: “Menschen wie Dich brauchen wir, die zu Jesus halten, selbst wenn sie Schwierigkeiten bekommen. Das ist echt mutig und kostet etwas, denn es ist wie gegen den Strom zu schwimmen.”
In der Feedbackrunde sagte Shurama: “Mich hat besonders angesprochen, dass wir unsere Feinde lieben sollen und für sie beten sollen. Das werde ich für meinen Kollegen Imam Ibrahima tun.”
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